Im interdisziplinären Labor für arbeits- und neurophysiologische Forschung der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA) wird Arbeitsbelastung realitätsnah simuliert. Mit verschiedenen Messsystemen kann die resultierende körperliche und kognitive Beanspruchung komplex erfasst und beurteilt werden.
Das arbeitsphysiologische Labor ist der Gruppe 3.1 Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen zugeordnet und befindet sich am Standort der BAuA in Berlin. Folgende Forschungsschwerpunkte werden im arbeitsphysiologischen Labor bearbeitet:
- Komplexe Erfassung, Auswertung und Beurteilung von physischen und mentalen Belastungen und entsprechender Beanspruchungs- und Gesundheitsindikatoren im Labor und an Arbeitsplätzen
- Erfassung des Bewegungsverhaltens während der Arbeit und der Verteilung physisch belastender Arbeitstätigkeiten
- Anpassung und Weiterentwicklung von Methoden der Gefährdungsbeurteilung bei physischer Belastung (v. a. von Leitmerkmalmethoden)
- Forschung zum Erhalt und zur Förderung der kardiometabolischen, muskuloskelettalen und mentalen Gesundheit im betrieblichen Setting
Zur technischen Ausstattung gehören u. a. eine verstellbare Laufstrecke mit integrierten Kraftmessplatten und Messgriffe zur Handkraftmessung, ein polyphysiologischer Messplatz u. a. zur Erfassung der Muskel- und Herzaktivität, Systeme für die Kraft- und Mobilitätsanalyse und abgeschirmte Versuchskammern für neurophysiologische Untersuchungen mittels kabelloser EEG-Systeme zur Erfassung der elektrischen Aktivität des Gehirns. Verschiedene Mobilgeräte zur kombinierten Messung von Bewegungsprofilen, Herzaktivität und viskoelastischer Eigenschaften des Muskel-Sehnen-Apparates kommen sowohl im Labor als auch bei Felduntersuchungen zum Einsatz. Außerdem wird Software zur Erstellung komplexer biomechanischer Modelle und Berechnung interner Belastungsgrößen auf Grundlage der Versuchsdaten genutzt.
Die Gruppe 3.1 Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen arbeitet national und international mit relevanten Akteuren zusammen und tauscht sich u. a. im Rahmen von PEROSH und dem WHO Collaborating Centre (WHO-CC) bzgl. der Methoden zur Überprüfung und Bewertung physischer Belastungen aus. Darüber hinaus findet ein reger Austausch über Forschungsaktivitäten im Rahmen des Forums Arbeitsphysiologie statt und die Fachgruppe hat ein Forschungsnetzwerk für den fachlichen Austausch über Forschung zur sedentären Arbeit gegründet.
Bei Interesse an einer Kooperation mit der Gruppe 3.1 Prävention arbeitsbedingter Erkrankungen bzw. weiterer Informationen zum arbeitsphysiologischen Labor nutzen Sie bitte eine der unten angegebenen Kontaktmöglichkeiten.