Instrumente weiterentwickeln und Wissen vermitteln

Veränderungen in der Arbeitswelt erfordern eine kontinuierliche Überprüfung und Weiterentwicklung der Instrumente, Maßnahmen und Strukturen des Arbeitsschutzes. Der „Werkzeugkasten“ für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit muss stets auf aktuellem Stand sein. Es sind geeignete Handlungsoptionen zu ermitteln und die Perspektiven der verschiedenen Akteurinnen und Akteure einzubeziehen. Zugleich sollen Beschäftigte, insbesondere junge Menschen, für Arbeitsschutzthemen sensibilisiert und Wissen über die Arbeitswelt vermittelt werden. Dies geschieht sowohl durch universitäre Lehre, Ausbildungs- und Fortbildungsformate als auch anschaulich über interaktive Ausstellungen wie die DASA Arbeitswelt.

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Weiterentwicklung von Maßnahmen und Instrumenten

Die BAuA untersucht die Praxis und Wirksamkeit der Arbeitsschutzaufsicht sowie deren Beratungs- und Überwachungsstrategien. Ziel ist es, die Arbeitsschutzpraxis zu evaluieren, digitale Regelwerke zu entwickeln und die Möglichkeiten von künstlicher Intelligenz (KI) für Gefährdungsbeurteilungen zu nutzen. Dabei werden Einflussfaktoren auf die betriebliche Präventionspraxis erforscht, insbesondere in kleinen und mittleren Betrieben (KMU), und die Verknüpfung primär-, sekundär- und tertiärpräventiver Maßnahmen betrachtet.

Verantwortlichkeiten in vernetzten Wertschöpfungsprozessen werden analysiert, um klare Zuständigkeiten für Sicherheit und Gesundheit zu schaffen. Neue Arbeitsplätze im Rahmen ökologischer Transformationen sowie der Umgang mit Bio- und Gefahrstoffen in Produktion, Recycling und Reparatur werden in Hinblick auf „unterstützte Anwendungssicherheit“ untersucht. Instrumente wie der Digitale Produktpass und die Plattform SUBSPORTplus tragen dazu bei, Risiken frühzeitig zu bewerten und sichere Stoffe einzusetzen.

Darüber hinaus entwickelt die BAuA Prüf-, Mess- und Bewertungsmethoden weiter, standardisiert sie und validiert sie in Ringversuchen. Epidemiologische und wirksamkeitsbezogene Analysen von Infektions- und Arbeitsschutzmaßnahmen – etwa zur REACH-Beschränkung von Diisocyanaten – ergänzen die Forschung, um Schutzmaßnahmen für Beschäftigte zu verbessern.

Forschungsprojekte

Für den Arbeitsschutz sensibilisieren und Wissen vermitteln

Die BAuA fördert die Integration von Arbeitsschutzthemen in Aus- und Fortbildungsangebote. Bestehende Lehrmaterialien werden kontinuierlich an aktuelle regulatorische Anforderungen angepasst, etwa zu Cybersicherheit, KI-Risiken und Chemikaliensicherheit, und für Hochschulen sowie Marktüberwachungs- und Zollbehörden aufbereitet. Zugleich baut die BAuA ihre Lehrbeteiligung an Hochschulen aus, unterstützt auf Grundlage ihrer Themen und Forschungsprojekte Qualifizierungsarbeiten wie Promotionen, Abschlussarbeiten und Praktika und stärkt mit dem Programm FoGA die Forschung und Lehre zu Gesundheit in der Arbeitswelt.

Forschungsergebnisse fließen in die Dauerausstellung der DASA Arbeitswelt ein, beispielsweise Aktualisierungen zu klassischen Gefährdungsfaktoren wie physikalischen Einwirkungen und Gefahrstoffen, sowie Wechselausstellungen zu aktuellen Themen wie Schlaf, Arbeitszeit und Bildschirmnutzung. Internationale Kooperationen, etwa mit Museen in Wien und Granada, setzen die Forschung auch über Deutschland hinaus in Szene. Die BAuA betreibt zudem innovative Besucherforschung, um die Wirkung der Ausstellungen zu evaluieren und Bildungsangebote weiterzuentwickeln. Quantitative und qualitative Methoden erfassen Besucherfeedback, während digitale Angebote den Zugang erleichtern und die Inklusion fördern. Zukünftige Projekte, wie "4E-Kognition in Ausstellungen", sollen immersive, interaktive Lernerlebnisse gestalten und den wissenschaftlichen Austausch auf dem Gebiet der Besucherforschung stärken.

Forschungsprojekte

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