Forschung der BAuA im Handlungsfeld B "Anwendungssicherheit und Gebrauchstauglichkeit gewährleisten"
In Verkehr gebrachte Produkte, Chemikalien und Arbeitsmittel müssen von vornherein anwendungssicher und gebrauchstauglich gestaltet sein. Durch die wissenschaftlich fundierte Bewertung physikalischer, chemischer und biologischer Auswirkungen bereitet die BAuA die Grundlage für wirksame Schutzmaßnahmen und eine sichere Verwendung in der Praxis. Die gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in Regulierung, Politikberatung und Praxistransfer ein. Dadurch werden Hersteller und Inverkehrbringer unterstützt, die EU-Prinzipien „Safe and Sustainable by Design“ umzusetzen.
Chemikaliensicherheit
Die BAuA trägt zur Chemikaliensicherheit in Deutschland und Europa bei, indem sie Regulierung, Bewertung und Beratung rund um chemische Stoffe koordiniert. Die Bundesstelle für Chemikalien (BfC) fungiert dabei als zentrale Anlaufstelle für Industrie, Politik und Behörden und sorgt dafür, dass Regulierungsvorgaben wissenschaftlich fundiert, praxisnah und verständlich umgesetzt werden.
Im Mittelpunkt stehen sichere und nachhaltige Lösungen: Von der Entwicklung europäischer Bewertungsstandards über neue Methoden der Risikoprüfung bis hin zur Identifikation und Regulierung besonders besorgniserregender Stoffgruppen wie PFAS oder Bisphenole. Durch Forschungsarbeiten, Methodenintegration und internationale Vernetzung verbessert die BAuA Datenqualität und Bewertungsgrundlagen und ermöglicht effiziente Zulassungsverfahren, klare Einstufungen sowie einen verantwortungsvollen Umgang mit Chemikalien in der Praxis.
Forschungsprojekte
Sichereres Arbeiten mit Bio- und Gefahrstoffen
Die BAuA stärkt die Gefährdungsbeurteilung für Tätigkeiten mit Bio- und Gefahrstoffen, unter anderem durch nichtmesstechnische Methoden wie das Einfaches Maßnahmenkonzept Gefahrstoffe (EMKG), das besonders kleinen Unternehmen hilft und künftig auch für Biostoffe geprüft wird. Das seit 2024 gültige Risikokonzept für krebserzeugende Gefahrstoffe sowie die EU-Roadmap on Carcinogens sollen den Schutz vor krebserzeugenden Stoffen verbessern. Parallel werden moderne In-vitro- und Omics-Verfahren weiterentwickelt, um toxische Wirkungen von Biostoffen präziser bewerten und ihre Einstufung fundierter gestalten zu können. Die BAuA arbeitet an der Entwicklung und Validierung von Messverfahren zur Erfassung chemischer Stoffe, kritischer Fasern und biologischer Materialien und bringt diese in nationale und europäische Normen ein. Aufgrund weiterhin hoher Asbestbelastungen werden verschärfte nationale und europäische Grenzwerte umgesetzt, wobei die BAuA das BMAS fachlich unterstützt. Zudem wird die DASA-Ausstellung zu Gefahrstoffen aktualisiert, um Risiken sowie nachhaltige Arbeitsweisen allgemeinverständlich und zeitgemäß zu vermitteln.
Forschungsprojekte
Produkt- und Maschinensicherheit
Die BAuA untersucht, wie künstliche Intelligenz (KI) dabei unterstützen kann, in der wachsenden Produktvielfalt gefährliche Produkte schneller zu erkennen, und erprobt dazu prototypische Analysetools für große, wenig strukturierte Datenmengen. Gleichzeitig erforscht sie die Zusammenhänge zwischen funktionaler Sicherheit und IT-Sicherheit bei digital vernetzten Produkten, um Risiken durch externe Angriffe besser bewerten zu können. Für den industriellen Einsatz von Hochrisiko-KI entwickelt die BAuA Methoden, die Robustheit, Zuverlässigkeit und die Anforderungen der EU-KI- und Maschinenverordnung berücksichtigen. Gemeinsam mit Praxis- und Forschungspartnern entstehen relevante Datensätze, die auch der wissenschaftlichen Community zur Verfügung stehen. Zudem arbeitet die BAuA daran, neue rechtliche Anforderungen zu konkretisieren und in Normen zu überführen, damit Unternehmen, Hersteller und Beschäftigte KI und moderne Maschinentechnik sicher und vertrauenswürdig einsetzen können.
Forschungsprojekte
Gebrauchstaugliche Produkte und Arbeitsmittel
Die BAuA setzt sich dafür ein, dass Produkte und Arbeitsmittel ergonomisch, sicher und gebrauchstauglich gestaltet sind. Dazu werden komplexe anthropometrische Daten erhoben, analysiert und visualisiert, um die Gestaltung von Arbeitsumgebungen und Produkten auf den Menschen auszurichten. Im Kontext der Digitalisierung untersucht die BAuA den Einsatz von Algorithmic Management und generativer KI, bewertet Risiken in Bezug auf Sicherheit, Transparenz und Erklärbarkeit und entwickelt Verfahren, um systemische Risiken zu minimieren und Chancen sicher zu nutzen. Außerdem fördert die BAuA die inklusionsgerechte Gestaltung von Produkten und unterstützt Hersteller bei der Umsetzung gesetzlicher Anforderungen zur Barrierefreiheit.
Forschungsprojekte