- Projektnummer: F 2620
- Projektdurchführung: Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA)
- Status: Laufendes Projekt
- Geplantes Ende: 30. September 2027
Projektbeschreibung:
Algorithmisches Management (AM) gewinnt mit der fortschreitenden Digitalisierung von Arbeitsprozessen zunehmend an Bedeutung. Arbeitsabläufe können mithilfe von AM in wachsendem Maße auch jenseits der Plattformarbeit ohne menschlichen Einfluss koordiniert und gesteuert werden. Durch den Einsatz von AM wird eine Steigerung der Effizienz erwartet. Es zeichnet sich jedoch bereits ab, dass arbeitsbedingte Gesundheitsrisiken zunehmen können, insbesondere psychosoziale Stressfaktoren wie Zeitdruck oder verminderte soziale Unterstützung. Zudem stellt AM auch neue Herausforderungen für die Umsetzung der Gefährdungsbeurteilung dar.
Ziel des von der DGUV geförderten Forschungsprojekts PRisAM ist es, die Auswirkungen von AM auf Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit systematisch zu analysieren und Empfehlungen für eine menschengerechte Arbeitsgestaltung abzuleiten.
Zu diesem Zweck soll AM begrifflich präzisiert und systematisch in bestehende Konzepte des Arbeits- und Gesundheitsschutzes eingeordnet werden. Aufbauend darauf werden tätigkeits- und arbeitsbereichsspezifische Auswirkungen des Einsatzes von AM auf psychosoziale Belastungsfaktoren und auf die Präventionskultur hin analysiert.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Identifikation förderlicher und hemmender Rahmenbedingungen für die Umsetzung von Arbeitsschutzmaßnahmen bei algorithmisch gesteuerten Arbeitsprozessen. Zudem werden europäische Regelungs- und Gestaltungsansätze zu AM berücksichtigt. Abschließend sollen Ansatzpunkte abgeleitet werden, wie unter AM-Bedingungen soziale Beziehungen und Kooperation im Betrieb gezielt gefördert werden können.
Der Fachbereich 3 der BAuA arbeitet dabei eng mit Partnern der Universität Duisburg-Essen und des Universitätsklinikums Ulm zusammen. Die BAuA übernimmt schwerpunktmäßig die Präzisierung des AM-Konzepts. Ab Frühjahr 2026 folgt eine Interviewstudie mit Beschäftigten sowie Expertinnen und Experten aus dem Arbeits- und Gesundheitsschutz, die mit AM arbeiten. Für 2027 sind ein europäischer Workshop und eine Delphi-Befragung zu Erkenntnissen und Gestaltungsmaßnahmen geplant.